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5. Begleitende Angebote

Januar 31st, 2016 Posted by Museums-Skizze No Comment yet

Angebote, die de partizipativen Grundgedanken unterstützen, könnten beispielsweise Mitmachelemente sein, die von ortsansässigen Handwerkern gefertigt werden, vielleicht sogar in Kooperation mit dem KuKuWe und Kindergruppen. Denkbar sind zudem ausstellungsbegleitete Workshops, wobei man bei der Vermittlung sowohl auf themenspezifisches Fachpersonal setzen sollte, als auch auf die an der Konzeption beteiligten Bürger. Über die Vermietung eines Tagungsraumes für bestimmte außermuseale Workshops, die sich z.B. an Kinderärzte der Region richten oder Lesungen, die thematisch zur jeweiligen Ausstellung/ Aktion passen, kann das Museum zusätzlich Aufmerksamkeit generieren.

Bei Tandemführungen begleiten zwei Gesprächspartner (meist Schüler, Studenten oder Senioren) die Besucher in einem interaktiven Dialog durch eine Ausstellung. Tandempartner können aus unterschiedlichen Kulturkreisen, Generationen oder Berufssparten kommen. Ziel ist, Besuchern mittels der Dialogform den Zugang zu Ausstellungen zu erleichtern und sie so zusätzlich noch auf einer ganz anderen Ebene im wahrsten Sinne des Wortes anzusprechen.

In einem partizipativen Museum lässt sich diese Form auch bereits auf die Konzeptions­phase einer Ausstellung vorverlegen, indem z.B. zwei Tandempartner unterschiedlicher Generationen konzeptionell zusammenarbeiten und aufgrund der Tandem-Philosophie eine Didaktik der Begegnung und des Austauschs ermöglicht wird, die neue Verständnisansätze über vermeintlich historische Wahrheiten offerieren kann.[1]

Durch das Internet haben wir inzwischen ganz neue Möglichkeiten, die museale Ausstellungsfläche nahezu beliebig in den virtuellen Raum zu erweitern sowie Sammlungen und Dokumentationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Web-Angebot hat insofern museumsbegleitenden Charakter und ergänzt das Angebot, den Museumsort selbst kann es aber nicht ersetzen.
Das Museum als physischer Ort dient im Idealfall als »Identifikationsanker«[2], der die Anlauf- und Austauschstelle für alle stadtgeschichtlichen Belange bietet.

Ähnlich wie im Historischen Museum Frankfurt wäre für Kleinmachnow das zusätzliche Angebot einer virtuellen Museumsplattform denkbar, welche die Interaktion zwischen Museum und Benutzern auch außerhalb der Museums­mauern ermöglicht. Menschen können von zu Hause aus ausgestellte Themen einsehen oder gar selbst dokumentieren und so zu einer Vermehrung des kollektiven Wissens beitragen. [3]

Explizit kinderbegleitende Angebote sollten weniger die Lernförderung der Kinder im Blick haben, als vielmehr einen Freiraum ermöglichen, den sich die Kinder mit allen Sinnen erobern können. Kinder einzubeziehen, sie ernst zu nehmen und ihnen Gehör zu schenken, ist das Eine, sie aber altersgemäß selbst eine Ausstellung kuratieren zu lassen, das Andere. Im aktuellen kindermusealen Diskurs steht oftmals das Experiment im Vordergrund, bei dem sich Kinder in von Erwachsenen vorgedachten und technisch ausgeklügelten Experimenten erfahren sollen – und so leider nur allzu oft eben jene Wissensaneignung verhindern, die sie eigentlich fördern sollen:[4]

»Heute ist das spielerische Lernen durch das Experiment ersetzt worden, dessen Rahmen die Ernsthaftigkeit kindlichen Lernens sicherstellen soll. Die Komplexität von Spielen aber reicht weit über das Experiment hinaus […] Schon aus diesem Grund ist das Spiel als kuratorisches Modell für die Kindermuseen kein Rückgriff, sondern eine Weiterentwicklung.«[5]

Neben der Möglichkeit, Ausstellungen durch Kinder konzeptionieren und ausführen zu lassen, könnten sich Kinder für begleitende Angebote nicht nur Zusatzangebote wünschen, sondern auch selbst anbieten. Denkbar wäre auch ein begleitender Ausstellungskatalog von Kindern für Kinder, die so erfahren, Aufgaben aus eigener Kraft zu bewältigen und die eigene Kompetenz zu erleben. Am Ende steht vielleicht die Einsicht, dass nicht nur Kinder im Museum lernen, sondern Museen auch von den Kindern.[6]

(c) 2016 | Sandra Oppmann

 


[1] Rockweiler, S. 204.
[2] So formuliert von Dr. Celina Kress während des 3. Treffens der Museumsinitiative.
[3] http://www.historisches-museum.frankfurt.de/index.php?article_id=521&clang=0
[4] Leonard, S. 35.
[5] Dies., S. 32.
[6] Oelkers, S. 62.

Ein ausführliches Literaturverzechnis finden Sie unter diesem Link: Literaturverzeichnis

Den vollständigen Text des Diskussionspapiers finden sie hier: Museum_im_Anbruch

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